Aktivitäten der menschzentrierten Gestaltung
Die Aktivitäten im menschzentrierten Gestaltungspprozess sind:
0. Planung der menschzentrierten Gestaltung
Systematische Vorbereitung und organisatorische Verankerung des menschzentrierten Gestaltungsprozesses.
Ergebnisse:
- Menschzentrierte Aktivitäten im Projektplan
- Menschzentrierte Qualitätsziele
1. Verstehen und Festlegen des Nutzungskontextes
Aufbau eines fundierten Verständnisses der Nutzungssituation.
Ergebnisse:
- Nutzungskontextbeschreibung (Oberbegriff)
- Für das Engineering:
- Benutzergruppenprofile
- Aufgabenmodelle des gegenwärtigen Nutzungskontextes
- Ist-Szenarien
- Für die Kommunikation an Stakeholder:
- Personas
- User Journey Maps des gegenwärtigen Nutzungskontextes
2. Festlegen der Nutzungsanforderungen
Ableitung überprüfbarer Anforderungen aus dem Nutzungskontext.
Ergebnisse:
- Erfordernisse
- Nutzungsanforderungen
3. Gestalten von Lösungen, die Nutzungsanforderungen erfüllen
Entwicklung von Gestaltungslösungen, die gezielt auf die definierten Nutzungsanforderungen ausgerichtet sind.
- Nutzungsszenarien
- Aufgabenmodelle für die Gestaltung
- Informationsarchitektur
- Navigationsstruktur
- Styleguide
- Wireframes
- Low-Fidelity-Prototypen
- High-Fidelity-Prototypen
- Für die Kommunikation an Stakeholder:
- Storyboards
- User Journey Maps unter Berücksichtigung des interaktiven Systems
4. Evaluieren der Gestaltungslösungen gegen Nutzungsanforderungen
Überprüfung, inwieweit die Gestaltungslösungen die Nutzungsanforderungen erfüllen.
Ergebnisse:
- Usability-Evaluierungsbericht
5. Gestaltungslösung erfüllt Nutzungsanforderungen
Feststellung der Zielerreichung und formaler Abschluss des Gestaltungsprozesses.
Iterationen
Der menschzentrierte Gestaltungsprozess ist bewusst iterativ angelegt.
Abhängig von den Evaluationsergebnissen kann eine Rückkopplung zu Schritt 1, 2 oder 3 erfolgen, um Annahmen zu präzisieren, Anforderungen anzupassen oder Gestaltungslösungen weiterzuentwickeln.
Ziel ist eine schrittweise Annäherung an eine nachweislich nutzbare Lösung.
Es ist nicht zwingend notwendig, im Projekt alle genannten HCD-Ergebnisse zu erstellen. Es kann je nach Bedarf sinnvoll sein, sich auf einzelne Punkte zu konzentrieren.
Die Zielsetzung hierbei ist, dass die Beteiligten informiert sind, so dass die Realisierung zielgerichtet erfolgen kann.
Projekte beginnen nicht notwendigerweise immer mit "Den Nutzungskontext verstehen und festlegen".
Abhängig von der Ausgangssituation, der Zielsetzung für das Projekt und dem vorhandenen Wissen im Projektteam kann das Projekt mit einer anderen Gestaltungsaktivität beginnen.
Beispiele
- Ein Projektteam hat tiefes Wissen über den Nutzungskontext, aber keinen Konsens über die hierfür passende Lösung. Deshalb beginnt das Projekt mit der Spezifikation von Nutzungsanforderungen an die Gestaltungslösung und verankert diese in den Aufgabenmodellen der Aufgaben der Benutzer, um sinnvolle Gestaltungslösungen zu erzeugen
- Ein Projektteam hat ein interaktives System, das alle relevanten Aufgaben der Benutzer unterstützt. Es wurde jedoch mit wenig Wissen über Interaktionsprinzipien und Gestaltungsregeln entwickelt. Unter Zuhilfenahme eines UX-Professionals soll ein Redesign des User-Interfaces erfolgen. Hierzu werden zunächst Nutzungsszenarien für jede unterstützte Aufgabe spezifiziert und ein Low-Fidelity-Prototyp entwickelt.
- Ein Projektteam hat ein bestehendes interaktives System, mit dem alle Benutzer unzufrieden sind. Das Team evaluiert das interaktive System au Benutzersicht im Rahmen einer Benutzerbefragung. So werden wiederkehrende Usability-Probleme identifiziert. So kann geplant werden, was nächste sinnvolle Aktivitäten sind
Grundsätzlich geht die Denkrichtung immer vom Nutzungskontext, den Erfordernissen der Benutzer und den Nutzungsanforderungen aus hin zur passenden Gestaltungslösung.
Die Projektrichtung wiederum ordnet sich in den gegebenen Projektbedingungen unter (Ausgangssituation, Projektziel, vorhandenes Wissen im Team).
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