Interaktionsprinzipien
Interaktionsprinzipien sind allgemeine Ziele für die Gestaltung von nützlichen und gebrauchstauglichen Benutzer-System-Interaktionen.
Quelle: CPUX-F Curriculum S.47 ff.
Die 7 Interaktionsprinzipien werden in der DIN 9241-110 festgelegt und sind relevant für die CPUX-F-Prüfung.
1. Aufgabenangemessenheit
Die Bedienfunktionen und die Benutzer-System-Interaktionen basieren auf den charakteristischen Eigenschaften der Aufgabe (und nicht auf der zur Erfüllung der Aufgabe gewählten Technologie).
- unterstützte Aufgaben sind bekannt
- können rasch erlernt werden
- Auswahlmöglichkeiten werden geboten
2. Selbstbeschreibungsfähigkeit
Wo immer erforderlich für den Benutzer, bietet das interaktive System angemessene Information an, die die Möglichkeiten des Systems und seine Nutzung unmittelbar offensichtlich machen, ohne dass hierzu unnötige Benutzer-System-Interaktionen erforderlich werden.
- alle wichtigen Informationen sind vorhanden
- Informationen sind verständlich
- Systemstatus ist jederzeit erkennbar
- eine klare Affordance trägt zur Selbstbeschreibungsfähigkeit bei
- Klare Anweisungen, wie das System benutzt werden kann
- Klare Anweisungen, wie das System nicht benutzt werden kann
3. Erwartungskonformität
Das Verhalten des interaktiven Systems ist vorhersehbar, basierend auf dem Nutzungskontext und allgemein anerkannten Konventionen in diesem Kontext.
- System verhält sich erwartungsgemäß
- Elemente sind konsistent (Konsistenz ist ein Aspekt der Erwartungskonformität)
- Veränderungen im Status sind nachvollziehbar
- Einhalten von Styleguides
- Die Sprache der Nutzer*innen sprechen. Wenn Fachbegriffe notwendig sind, diese erklären, beispielsweise mit einem Tooltip.
4. Erlernbarkeit
Das interaktive System unterstützt die Entdeckung seiner Möglichkeiten und deren Verwendung, erlaubt das Ausprobieren des interaktiven Systems, minimiert den Lernaufwand und bietet Unterstützung, wenn Lernen erforderlich ist.
- Bedienfunktionen sind leicht erlernbar
- Bedienfunktionen können gefahrlos ausprobiert werden
- Anwendung wird unterstützt
5. Steuerbarkeit
Das interaktive System ermöglicht es dem Benutzer, die Kontrolle über die Benutzungsschnittstelle und die Interaktionen zu behalten, einschließlich der Geschwindigkeit, Abfolge und Individualisierung der Benutzer-System-Interaktion
- Prozess kann jederzeit unterbrochen werden
- Keine Überraschungen, z.B. Video startet nicht automatisch, Ton ist standardmäßig stummgeschaltet
- System unterstützt flexible Arbeitsweisen, z.B. Online-Fragebogen, wo Fragen übersprungen und später vervollständigt werden können.
- System erlaubt individuelle Einstellungen
6. Robustheit gegen Fehler
Das interaktive System unterstützt den Benutzer beim Vermeiden von Fehlern, toleriert Benutzungsfehler im Falle von erkennbaren Fehlern und unterstützt den Benutzer bei der Fehlerbehebung.
- Vermeiden von Fehlern:
- Beispiel: Datumseingabe erlaubt mehrere Formate, Auswahldialog für das Datum.
- Fehlertoleranz (und Möglichkeit zur Selbstkorrektur)
- Undo-Funktion im Grafikprogramm;
- Papierkorb ermöglicht Wiederherstellung gelöschter Dateien
- Fehlerbehebung
- Unterstützung bei der Fehlerbehebung, z.B. wenn Buchung am Tag X nicht möglich, Alternativvorschlag machen
- Präzise sein: "Passwort muss mindestens eine Ziffer enthalten" statt "Es ist ein Fehler aufgetreten"
7. Benutzer*innen-Bindung
Das interaktive System stellt Funktionen und Informationen auf einladende und motivierende Weise dar und fördert so eine kontinuierliche Interaktion mit dem System
- Benutzerbindung kann zu einer positiven User Experience führen
- Übermäßige Benutzerbindung ("dark Patterns") kann zu einer negativen User Experience führen.
- Benutzerbindung muss auf ethische Weise erfolgen.
- Einhaltung der anderen sechs Interaktionsprinzipien ist eine wichtige Voraussetzung
- Nutzung ist motivierend
- Vertrauen wird aufgebaut
- Feedbacks können innerhalb des Systems platziert werden
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